Große Anerkennung für das Innviertel: Stephanie Steinböck wurde als KEM-Managerin des Jahres 2026 ausgezeichnet. Gewürdigt wird ihr Einsatz für Energiewende, Ressourcenschonung, nachhaltige Mobilität und regionale Zusammenarbeit – und eine Arbeit, die Gemeinden, Schulen, Vereine, Betriebe und engagierte Menschen miteinander verbindet.
Österreichweit arbeiten rund 111 KEMs – Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) – daran, Gemeinden auf dem Weg zu zukunftsfähiger Energieversorgung und mehr Effizienz zu begleiten. Mit der Auszeichnung von Stephanie Steinböck beim diesjährigen Treffen der Regionen holt nun auch die KEM Inn-Hausruck österreichweit vor den Vorhang.
Die KEM Inn-Hausruck umfasst zehn Gemeinden im Bezirk Ried im Innkreis. Stephanie Steinböck ist dort zentrale Ansprechpartnerin für Gemeinden, Institutionen, Unternehmen und Bürger:innen. Sie informiert, vernetzt und begleitet Prozesse. „Veränderung beginnt bei den Menschen: beim selbst reparierten Elektrogerät, bei einer sicheren Radfahrt oder beim Monitoring der eigenen PV-Anlage“, sagt Steinböck. Genau diese alltagsnahen Momente prägen die Arbeit der Grieskirchnerin. Sie verbindet strategische Planung – etwa beim Alltagsradwegenetz – mit Aktionen, die Menschen direkt erreichen: Schulprojekte, Repair Cafés, Radkurse und Veranstaltungen.
Auszeichnung ist für die gesamte Region
„Diese Auszeichnung freut mich sehr und ist eine große Wertschätzung für die Arbeit in unserer Region. Sie gehört aber nicht mir allein, sondern allen Gemeinden, Organisationen und engagierten Menschen, die sich vor Ort für saubere Energie, Ressourcenschonung, regionale Wertschöpfung und gute Mobilitätslösungen einsetzen“, sagt Stephanie Steinböck.
KEM-Projekte setzen Impulse in der Region
Ein aktuelles Projekt der KEM ist das automatisierte Energiedatenmonitoring. In den 23 Mitgliedsgemeinden der beiden KEMs Inn-Hausruck und Inn-Kobernaußerwald werden Strom- und Wärmeverbräuche künftig in kurzen Intervallen automatisch erfasst. So können Auffälligkeiten früher erkannt und Einsparpotenziale besser genutzt werden. Die KEMs begleiten den Prozess und schaffen eine wichtige Grundlage für weitere Projekte.
Auch bei Erneuerbaren Energiegemeinschaften (EEG) setzt die Region starke Impulse. Das etablierte EEG-Forum in der GIESSEREI Ried bietet Raum für Information, Erfahrungsaustausch und Vernetzung einer aktiven Community. Die Software „EEG-Faktura“, die mit LEADER-Unterstützung entwickelt wurde und aus Regionszusammenarbeit Innviertel - Hausruck entstand, wird inzwischen von 630 EEGs in Österreich genutzt.
Bewusstseinsbildung ist wichtig
Besonders wichtig ist Stephanie Steinböck die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. In den KEM-Klimaschulen setzen sich Schulen ein Jahr lang mit Zukunftsthemen auseinander. „In den KEM-Klimaschulen spüre ich jedes Mal, wie Neugier und Kompetenzen wachsen – daraus schöpfe ich viel Kraft“, beschreibt Steinböck ihre Motivation. Wie wirksam diese Bildungsarbeit ist, zeigt ein Beispiel aus dem BORG Ried: Bei einem Rundgang mit dem Schulwart erfuhren Schüler:innen, wie durch konkrete Energiesparmaßnahmen rund 7.000 Euro eingespart wurden. Diese greifbare Erfahrung hinterließ Eindruck – seither gehen viele Jugendliche achtsamer mit Energie und Wasser um. Ergänzende Angebote wie Bodenworkshops oder Ferienpassaktionen laden in allen Mitgliedsgemeinden zum Mitmachen ein.
Strategie und Umsetzung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf aktiver Mobilität. Mit der Planung des Alltagsradwegenetzes Innviertel-Hausruck der Regionalentwicklungsorganisationen Innviertel - Hausruck wird an einer Grundlage gearbeitet, die Radfahren im Alltag sicherer und attraktiver macht, außerdem bestehende Radwege in der Region besser vernetzt. „Gepaart mit laufenden Aktionen der KEM vor Ort wie 'Alles radlbar - Mitten im Innviertel', unseren Aktivitäten zur Mobilitätswoche, wird aktive Mobilität vor Ort positiv erlebbar gemacht", so Steinböck.
Viele starke Partner ziehen an einem Strang
„In vielen Punkten baut dieser Erfolg auf der guten Zusammenarbeit mit starken regionalen Partner:innen auf“, betont Steinböck. „Dazu zählen die Gemeinden, die laufend in Infrastruktur, erneuerbare Energieträger und zukunftsfähige Lösungen investieren, ebenso wie benachbarte KEMs, LEADER-Mitten im Innviertel und viele weitere Organisationen. In Kooperation können Projekte größer gedacht und besser umgesetzt werden.“
Ein gelungenes Beispiel dafür sind die Rieder Radheldinnen: Frauen mit Migrationshintergrund, die bisher keine Gelegenheit hatten, Radfahren zu lernen, gewinnen durch Fahrradkurse neue Mobilität im Alltag. Initiiert wurde das Projekt gemeinsam mit dem Club Soroptimistinnen Ried-Innviertel und weiteren Partner:innen. Auch das regelmäßig stattfindende Repair Café wird von der KEM unterstützt und zeigt, wie gut Zusammenarbeit in der Region wirkt.
Österreichweit vorne mit dabei
Gerhard Wipplinger, Obmann der KEM, gratuliert: „Stephanie Steinböck verbindet Fachwissen, regionale Verbundenheit und Umsetzungsstärke. Sie bringt Menschen zusammen und zeigt, dass Zukunftsprojekte in Gemeinden ganz konkret wirken können. Diese Auszeichnung ist ein starkes Zeichen für die gesamte Region und zeigt, dass wir mit unseren Projekten österreichweit ganz vorne mit dabei sind.“

Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds Bernd Vogl gratuliert Stephanie Steinböck zur Auszeichnung „KEM Managerin des Jahres 2026“ Foto: Klima- und Energiefonds/APA-Fotoservice/Philipp Greindl

Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds Bernd Vogl (links) gratuliert Monika Forster (KEM Projekt des Jahres, Mitte links), Stephanie Steinböck (Mitte rechts) und Stefan Czamutzian (rechts) (KEM Managerin und KEM Manager des Jahres) Foto: Klima- und Energiefonds/APA-Fotoservice/Philipp Greindl

KEM Manager:innen in ganz Oberöstterreich setzen sich für die Energiewende vor Ort ein. Hier bei der gemeinsamen KEM Tagung in Bad Schallerbach vom 19-20. Mai 2026

Andrea Moser (KEM ökoEnergieland, links) und Verena Litschauer (KEM Lainsitztal, rechts) waren zusammen mit Stephanie Steinböck (KEM Inn-Hausruck) die drei Nominierten. Foto: KEM Lainsitztal


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